Das heutige people@work Model möchte ungenannt bleiben. Nennen wir sie doch Chan, zu Deutsch "die Schöne", oder "die Anmutige". Zu ihrem Job als System Admin & Business Analyst ist sie zufällig gekommen. Sie war schon in der Schweiz, als sie sich für diese Stelle beworben hat. Es sei ein ähnlicher Job, wie ihr früheriger, meint sie. Dass sie die Stelle erhalten habe, sei schon ein wenig Glück gewesen, sagt Chan. Geholfen habe ihr sicherlich, dass der Interviewer, ihr heutiger Chef ebenfalls fast kein Deutsch konnte. Und, dass sie die richtigen Fragen gestellt habe, die gezeigt hätten, dass sie ihr Geschäft versteht. Schliesslich kriegte sie die Stelle und konnte einen pensionierten Mitarbeiter ersetzen.
Die Fähigkeiten, die Chan bei ihrem Job beherrschen muss, sind vielseitig. Sie muss sich sehr gut mit dem Versicherungsgeschäft auskennen und muss wissen, was ihre "Kunden", die Risk Engineers und deren Geschäftsabläufe für Anforderungen haben. Ausserdem muss sie technisch fit sein und wissen, was ein Softwareentwickler realisieren kann. Sie bildet also die Schnittstelle zwischen Versicherungsgeschäft und Business-IT. In der Entstehungsphase der IT-Plattform schrieb sie Software- und System-Spezifikationen.
Täglich freut sich Chan auf das Team, welches ihr beim Deutsch lernen hilft. Leider sei das Team heute nicht mehr so international wie früher, das findet sie etwas schade. Sie findet es erfüllend, mit ihrem Knowhow den Software-Ingenieuren helfen zu können. Die guten Arbeitsbedingungen wie moderne Arbeitszeitmodelle, gute Kantine, Gym, Swimmingpool, Sauna, etc. dürfen natürlich nicht unerwähnt bleiben.
Bei der Frage, was man in der Schule nicht über diesen Beruf lernt erklärt mir Chan die Unterschiede zwischen dem chinesischen und dem europäischen Schulsystem. Natürlich lerne man da kein Deutsch, das habe sie hier lernen müssen. Was man in China auch nicht so lerne, sei das selbständige arbeiten. Man mache in China allgemein eher das, was einem die Vorgesetzen sagen. Wer viel fragt gilt schnell als aufmüpfig, ja gar als Anhänger der Revolution. Hier in Europa werde man vielmehr dazu ermutigt, Fragen zu stellen und mitzudenken.
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