Sonntag, 22. November 2009

In-Snoot Schattenformer


In-Snoot Schattenformer von Peter
Nach der Aufgabe des letzten Treffens über das Thema Film Noir habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie ein entsprechender Rolladen-Schatten hergestellt werden kann. Meine Idee war es, ein solches Muster mittels einem Snoot mit eingebautem Gobo herzustellen, da diese Lösung portabel ist. Und man erspart sich die Zielübung, damit man nur den Gobo mit dem Blitz trifft, und es nicht zu viel spill gibt.
Warnung: Wieder mal ein technischer Post, wer Bilder sehen will, der kann zum 10. Treffen runterscrollen oder bis nächste Woche warten.
Das Foto wurde mittels eines In-Snoot Lichtformers aufgenommen. Einfach den Snoot vor den Blitz und schon hat man einen solchen Schatten. Praktisch, oder nicht? Wie das geht, lest ihr nach dem Sprung.

Beim letzten Basel Strobist Treffen hatten wir das Thema Film Noir. Hauptstilelement war der charakteristische Schatten, wie er in so vielen Detektiv-Büros des Genres zu sehen ist.
Wir bemühten uns darum, solche Schatten möglichst gut hinzukriegen. Unsere Taktik bestand darin, einen Karton mit entsprechendem Schnittmuster vor einen Blitz zu halten. Als ich mir die Fotos anschliessend anschaute, und ein wenig über die Schwirigkeiten nachdachte, die wir beim Aufstellen des Lichtformers hatten, fragte ich mich, ob es nicht eine bessere Möglichkeit gibt. Meine Idee war, mit einem Blitzaufsatz ähnlich eines Grids ein entsprechendes Schattenmuster zu erzeugen.
Jens hat im letzen Blogeintrag ein paar Experimente mit verschiedenen Grids gemacht. Jens Versuche zeigten die gleichen Resultate, wie auch DH in seinem Blog schrieb: Einen Schatten mit scharfen Kanten erreicht man mit einer möglichst kleinen Leuchtfläche.
Meine (wie sich später herausstellte, nicht ganz korrekte) Idee war, dass eine solch kleine Lichtquelle wie ein abgeklebter Blitz nur sehr wenig Leuchtkraft hat. Für einen Schatten mit einer scharfen Kante sollte nicht zwingend ein derart geformter Blitz notwendig sein. Wichtig ist lediglich, dass das Licht nicht aus verschiedenen Quellen auf den Gobo trifft, sondern nur von einem Punkt aus. Durch einen Grid ist der Streuwinkel des Blitzlichtes eingeschränkt und sollte einen scharfkantigen Schatten werfen. Sollte.
Plan A war demnach ein Grid aus kleinen Strohhalmen mit einem Gob davor. Ich machte mich also ans Werk und bastelte mir einen Grid aus 4cm langen, dünnen Strohhalmen. Der Grid sollte auf meinen Nikon SB-25 passen, und war entsprechend 4.5cm breit, 7.5cm lang und etwa 10cm tief. Als Gobo fertigte ich wie Jens ebenfalls einen Karton mit herausgeschnittenen Streifen an, nur entsprechend mit dem Format 4.5cm mal 7.5cm.

Nun ja, die Resultate waren mehr als Bescheiden. Interessant waren sie ja, und einen neuen Grid hab ich jetzt auch, aber für meinen Zweck nicht wirklich brauchbar.




Auf zu Plan B.
Plan B war genau das zu tun, was DH und Jens gemacht haben. Den Blitz abkleben. Das Problem bei dieser Technik ist jedoch, dass das Klebeband jedes mal daraufgeklebt und nachher wieder abgenommen werden muss. Umständlich.
Die Idee des Grids bestand immer noch, jedoch war es mehr ein Snoot mit zwei Gobos an jedem Ende. Auf der Seite des Blitzes sollte ein Gobo kommen, welcher den Blizt derart verkleinert, dass die Lichtquelle genügend klein für einen scharfkantigen Schatten ist. Auf der entgegengesetzten Seite wird ein entsprechender Gobo für den Schatten angebracht.
Gesagt, getan. Nun ja, nicht soo rasch, aber es ist ja Wochenende.

Das Resultat war ganz gut. Klar, ich würde damit keinen Designpreis gewinnen, aber es ist brauchbar. Und wenn erst mal schwarzes Duct Tape drauf ist, siehts nicht mal so schlecht aus.
Inhalt sind diese vier Gobos. Oben rechts zu sehen der Standard-Gobo für vor den Blitz, welcher nur einen schmalen Lichtstreifen hindurchlässt. Rechts unten der Standard-Gobo für den Schatten. Die Gobos auf der linken Seite sind mehr ein Experiment, ob sich das ganze auch hochkant durchführen lässt.
Hier das Ende, welches auf den Blitz hinaufgeschoben wird. Durch die festgeklebten Strohhalm-Stücke im Snoot und der Blitz auf der anderen Seite wird der Gobo festgeklemmt.
Der Gobo für den Schatten wird durch den Schlitz auf der schmalen Seite des Snoots hineingeschoben. Durch die Führungen verrutscht dieser nicht.
Ja, ich weiss, ist fast schon overengeneered. Die Frage, die noch bei denjenigen, die genau hingeschaut haben, offen sein sollte, ist, wieso sind da 2 Teile? Ein Snoot ist ein Stück Karton, nicht zwei. Der Grund ist, dieser Snoot ist ausziehbar. Je grösser der Abstand zwischen der Lichtquelle und dem Gobo, desto schärfer ist die Kante des Schattens. Mit dieser Konstruktion lässt sich die Kante des Schattens schärfer machen, und als kleines Gratis-Mitbringsel kann die grösse des Schattens variiert werden.

Nun zum praktischen Teil. Nachfolgend jeweils zwei Fotos, links mit eingefahrenem Snoot, rechts mit ausgezogenem Snoot.
 

Horizontale Gobos: Hier sieht man gut, dass trotz der kompakten Abmessung des Snoots bereits ein relativ guter Schatten erzeugt wird. Auf dem rechten Bild ist wie zu erwarten, der Schatten noch definierter, jedoch auch kleiner.
 

Vertikale Gobos: Nun ja, die Ergebnisse sind interessant, aber nicht sonderlich brauchbar. Gut, wer weiss, vielleicht will ja wer genau den Effekt haben.
Interessant ist hier, dass der Schatten im Gegensatz zu den horizontalen Gobos mit grösserem Abstand unschärfer wird. Ja, drei Schlitze bedeuten mehr Licht, bedeutet diffuser Schatten. Nach den Experimenten gehe ich davon aus, dass der Schatten des vertikalen Gobos ähnlich aussehen wird, wenn ich beim Gobo nur einen Schlitz offen lasse.
Auszuprobieren wäre noch, was passieren würde, wenn die vertikalen und horizontalen hinteren Gobos mit den umgekehrten vorderen Gobos gemischt würden. Das ist dann was fürs nächste Treffen, falls wir nochmals irgendwann Film Noir machen. Nochmals Jens im Feinripp, was tut man nicht alles für die Fotografie...


Kommentare:

  1. Das mit den 3 Schlitzen hab ich mir schon gedacht, Hab auch erwähnt, dass ich zwei abklebe und nur den mittleren offen lasse. Ausprobieren.

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  2. Pobieren geht über studieren ;-)

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  3. Cool engeneering. Cool viele Aktivitäten auf dem Blog.
    Was ich mich frage: Sind echte Lamellen Schatten auch so parallel? Das langsame Abspreizen der Lamellenschatten wirkt auf mich irgendwie natürlicher, muss dass aber mal beobachten.
    Vertikales Muster: Blitz hockant drehen, ggf. Höhe abkleben (oder flags basteln - Overengeneered).

    Feinripp ist immer da.

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  4. Ich habe heute Rolladenschattenstreifen gesehen - voll parallel.
    Ok, so ist das.
    Fenstercookie mit + wäre auch noch gut brauchbar.

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  5. Peter hat ja jetzt die volle Freiheit, was Cookies angeht. Eventuell wäre ein kleines Quadrat statt der Schlitze noch vorteilhaft für ein Fenster-Cookie (damit der Schatten in x- und y-Richtung gleich scharf abgebildet wird).

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